Welche Kampfkunst ist für mich die richtige?
Hat man einmal
den Entschluss gefasst eine Kampfkunst erlernen zu wollen, stellt sich
sogleich die Frage nach der konkreten Stilrichtung. Gerade der Laie hat
es schwierig sich im Dschungel der Angebotsvielfalt zurechtzufinden.
Meist kommen ihm populäre Kampfsportarten wie Karate, Judo oder Boxen
spontan in den Sinn. Doch weiß er von diesen, geschweige denn von den
rund weiteren 2000 existierenden Kampfkünsten meist wenig. Was
beinhalten und bezwecken diese Stile? Wie finde ich einen authentischen
Lehrer?
Gut ist es, eine genaue Vorstellung davon zu haben,
worauf man selbst Wert legt, um dann den geeigneten Stil zu suchen und
auch zu finden.
Einteilung der Kampfkünste
Entsprechend
ihrer Zielsetzung können wir die Kampfkünste in vier Kategorien
einteilen: Körperaufbau-, Gesundheits-, Opern-, sowie Kampfsysteme. Bei
den meisten Kampfkünsten fließen unterschiedliche Aspekte gleichsam mit
ein, jedoch kann man stets eine klare Gewichtung erkennen.
Körperaufbausysteme
Körperaufbausysteme
stellen die Entwicklung des Körpers in den Vordergrund, d.h. Dehnung,
Kraftentwicklung, Kondition etc. nehmen den Großteil der Trainingszeit
in Anspruch. Dies kann man z.B. sehr gut bei den verschiedenen
Stilrichtungen des Karate, Taekwondo oder des Hung-Gar-Kung Fu erkennen.
Über 70% der Trainingszeit wird dem Körpertraining und vorbereitenden
Übungen gewidmet. Für die praktische Anwendung der Technik hingegen wird
nur ein kleiner Teil der Zeit verwendet.
Gesundheitssysteme
Wie
der Name schon sagt, zielen diese Systeme auf den gesundheitlichen
Nutzen ab. Erreicht wird dies durch Meditation, Entspannungstechniken
und Atemübungen. Zu dieser Kategorie gehören alle inneren und weichen
Stile wie z.B. das Tai Chi Chuan. Meist stehen langsam ausgeführte
Meditation in Bewegung und spezielle Atemtechniken im Vordergrund.
Opernsysteme
Opernsysteme
erhielten ihren Namen dadurch, das diese Systeme in der chinesischen
Oper (Pekingoper) benutzt werden, um eindrucksvoll, artistisch und
ballettartig die dramatischen Kampf- und Schlachtszenen der chinesischen
Geschichte möglichst spektakulär auf der Bühne darzustellen. Die
Artistik, Grazie und die ballettartigen Bewegungen sind Selbstzweck.
Durch ihren hohen Animationswert sollen sie die Aufmerksamkeit des
Zuschauers fesseln. Zu den bekanntesten Akteuren der Pekingoper gehören
z.B. Chacky Chan, Jet Li u.v.a.m., die durch ihre atemberaubenden Stunts
und Körperbeherrschung immer wieder die Mengen in ihren Filmen
begeistern.
Kampfsysteme
Bei den Kampfsystemen steht
die Anwendung der Technik in realistischen Situationen im Vordergrund.
Der Schüler soll seine Technik unter praxisnahen Trainingsbedingungen
anwenden lernen. Dadurch wird er bestmöglichst auf den Ernstfall
vorbereitet. Regeln, Fairness, Show oder akrobatische Elemente haben
keinen Platz im Repertoire dieser Systeme. Einfachheit, Funktionalität
und Umsetzbarkeit sind entscheidend. Durch ihren hohen Praxisbezug
zeichnen sich diese Systeme meist durch Geradlinigkeit und Einfachheit
aus. Zu den bekanntesten Vertretern dieser Gattung gehören z.B. das
authentische Muai Thai, der Wing Tzun - Stil, Pankration (der Vorläufer
des modernen Catchens) u.a.