Wie beuge ich einer Konfliktsituation vor?
Über 90% aller
Auseinandersetzungen und Delikte laufen einseitig ab: der Aggressor übt
Gewalt aus, das Oper lässt dies über sich ergehen. Warum ist dies so? Es
liegt daran, dass das Endergebnis in den meisten Fällen von vornherein
auf psychologischer Ebene feststeht. Machen Sie sich den Ablauf einer
Bedrohung bewusst:
Stufe 1: Blickkontakt und Einschätzung durch den Aggressor
Der
Aggressor schätzt sein Opfer aufgrund der Ausstrahlung und
Körpersprache ein. Ausweichende Blicke und unsicheres Auftreten des
potentiellen Opfers veranlassen ihn dann den ersten Schritt zu tun.
Stufe 2: Verbale Äußerungen
Der
Täter/Aggressor ist sich seiner Sache von Anbeginn noch gar nicht so
sicher. Er möchte nun feststellen, wie weit er die Grenzen überschreiten
kann und ob das Opfer ihm dabei Widerstand entgegenbringt.
Beschimpfungen, Obszönitäten oder Anspielungen die wir gewähren lassen,
werden als Zeichen der Schwäche interpretiert. Der Gegner fühlt sich
bestärkt und setzt sein Vorhaben fort.
Stufe 3: Handgreiflichkeiten und Körperkontakt
Durch
die ersten zwei Stufen bestärkt, setzt der Täter sein Handeln durch
Übergriffe (Herumstoßen, Kragen packen, Betatschen usw.) fort. Lassen
wir auch dies zu, fühlt sich der Angreifer vollends bestätigt und wird
nun tun, was er eigentlich vor hat.
Stufe 4: Aggressive Handlungen
Durch
den Aggressor eingeschüchtert verfällt das Opfer in einen
schockähnlichen Lähmungszustand und ist dem Täter sozusagen
ausgeliefert.
Fazit:
Wenn Sie in den ersten 3 Stufen
auf allen Ebenen zulassen, dass der Täter Ihre unsichtbaren Grenzen
überschreitet, unterstützen und bestätigen Sie ihn in seinem Handeln. Je
weiter dieser psychologisch-körperliche Bedrohungsablauf fortschreitet,
desto schwieriger wird es sein, ihn zu stoppen. Deshalb: wehren Sie den
Anfängen und lösen Sie das Problem gleich zu Beginn. Geben Sie dem
Aggressor auf körpersprachlicher und verbaler Ebene kund: „diese Grenze
lasse ich Dich nicht überschreiten, d.h. ich lasse nicht alles mit mir
machen“. Nur so vermeiden Sie eine weitere Eskalation, welche dann
natürlich schwieriger zu lösen sein wird.